Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V.

Audiotechnik

Im Idealfall wird bei der Aufnahme eines Konzerts jedes einzelne Signal aufgezeichnet und für die Fernsehübertragung oder die DVD extra abgemischt. Bei einem kleinem Konzert wie diesem Clubkonzert und mit unseren Mitteln ist dieser Aufwand natürlich nicht umsetzbar. Für die Aufnahme des Tons des Konzerts wurden neben der Stereosumme aus dem Mischpult für die Beschallung des Clubs vier Atmo-mikrofone (Rhode NT5) verwendet. Diese 6 Tonsignale wurden mit einem Alesis Adat 24HD auf Festplatte aufgezeichnet. Für den Livestream erfolgte zusätzlich eine Abmischung mit einem Mackie Onyx 1640 Mischpult und eine leichte Komprimierung des Ausgangssignals mit Hilfe eines dbx 166xl Kompressors.

Videotechnik

Die Aufzeichnung des Konzerts wurde mit drei Canon XH-A1 Kameras durchgeführt. Die Signale der Kameras wurden über RG59-Kabel zu unserem Edirol V4-Mischer geleitet und dort mit Unterstützung unseres 4-Fach-Preview-TFTs und einem weiteren Preview-Monitor live abgemischt. Die Aufzeichnung des Livemixes erfolgte auf einem Festplattenrecorder im DV-Format.

Anamorphe 16:9-Aufzeichnung

Die Aufzeichnung erfolgte im 16:9-Pal-Format. Hierbei werden 720x576 nichtquadratische Pixel für das 16:9-Format verwendet. Auf einem normalen Fernseher erscheint ein solches Signal zunächst leicht gedehnt. Das Bild muss also wieder gestaucht werden, um auf das korrekte Seitenformat zu kommen. Bei unsere Produktion wurde diese Stauchung für den Livestream durch den Windows Media Encoder durchgeführt. Für die Aufzeichnung erfolgte die Anpassung natürlich in der Postproduction. Viele aktuelle Fernseher besitzen eine Funktion zum Stauchen des Bildes vom 4:3 in das 16:9-Format. Unsere Previewmonitore besitzen eine solche Funktion nicht. Damit muss aber nur der Bildregisseur leben.

Livestreaming

Für das Livestreaming wird das analoge Audio- und Videosignal mit Hilfe einer Capturekarte (Viewcast Osprey 230) digitalisiert. Die Software Windows Media Encoder komprimiert das Signal weiter auf Datenraten, die für das Live-Streaming geeignet sind. Dieser fertige Stream wird anschließend zu unserem Windows Media Verteilserver weitergeleitet, von dem der Livestream schließlich von den Klienten bezogen werden kann.

Aufnahme und Bildregie

Eine der drei Kameras, mit denen das Konzert aufgezeichnet wurde, wurde an den Traversen des Clubs befestigt um eine ständige Totale der Bühne zu erhalten. Die anderen beiden Kameras, von denen eine mit einem Weitwinkelkonverter ausgestattet wurde, wurden von zwei Kamerateams vor dem Publikum bedient.

Ein Kamerateam besteht normalerweise aus zwei Personen. Dem Kameramann, der für die Bedienung der Kamera zuständig ist und der Kabelhilfe. Die Kabelhilfe ist nicht nur für die ordnungsgemäße Kabelführung zuständig, sondern auch für die Sicherheit des Kameramanns bei seinen Bewegungen. Gegebenenfalls kann die Kabelhilfe auch bei der Bedienung der Kamera assistieren.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer normalen großen TV-Produktion und der Arbeit der FeM e.V. ist die Kommunikation zwischen der Bildregie und den Kameraleuten. Normalerweise hat der Kameramann ein oder mehrere Lichter an seiner Kamera, die ihm anzeigen, ob seine Bilder gerade auf Sendung sind oder nicht. Dieses Licht nennt man Tally-Light. Die FeM e.V. ist zur Zeit noch nicht im Besitz einer Tally-Einrichtung und aus diesem Grund erfolgt die Kommunikation zwischen der Bildregie und den Kameraleuten komplett über Funk. Der Regisseur muss den Kameraleuten also immer sagen, wenn sie "drauf sind" und wann nicht. Wie das funktioniert, kann man sich im Special Feature "Bildregie" genauer ansehen.

Postproduction

Die Nachbearbeitung dieses Konzertes wurde mit relativ viel Aufwand vorgenommen.

Audionachbearbeitung

Die Postproduction des Tons besteht aus der neuen Nachbearbeitung und der Abmischung der Audioquellen. Wir haben in diesem Fall einen Equalizer und einen Multiband-Kompressor dazu verwendet, um die Charakteristik der Aufnahme zu verbessern. Leider gab es zu Beginn des Konzertes noch ein paar kleine Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Audiomischpult und dem Tontechniker von Under Burning Skin, die dann im weiteren Verlauf des Konzerts behoben wurden. Ein weiterer Teil der Arbeit bestand also darin, die Fehler, die sich dadurch auch in die Aufzeichnung geschlichen haben, zu korrigieren.

Videonachbearbeitung

Auch das Videosignal, welches nach der Liveabmischung aufgezeichnet worden ist, genügte leider nicht den höchsten Qualitätsansprüchen. Der Unterschied zur Qualität des Videos, welches direkt auf den Kameras aufgezeichnet wurde, ist relativ gross. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, das komplette Videomaterial neu abzumischen um die hohe Qualität der DV-Tapeaufzeichnung nutzen zu können. Leider konnte nicht das komplette Konzert neu eingespielt werden, da auf Grund der Länge des Konzerts den Kameraleuten am Ende das Band ausgegangen ist. Der letzte Titel des Konzerts und die Hälfte des vorletzten Liedes liegen deshalb nur in der originalen Aufzeichnung der Liveübertragung vor.

A/V-Encoding

Das Videomaterial, welches original im DV-Videoformat vorliegt, wurde nach der Fertigstellung in verschiedene für die Verbreitung im Internet besser geeignete Formate umgewandelt. Das vorrangige Ziel beim Encoding war neben dem Erreichen einer optimalen Bildqualität bei möglichst geringer Dateigröße auch eine möglichst einfache Abspielbarkeit auf verschiedenen Systemen.

X264-Encoding

Die Videos liegen in zwei verschiedenen Größen im H.264-Standard vor. Der H.264-Codec wurde verwendet, da wir mit den zur Zeit noch weiter verbreiteten H.263-Codecs (z.B. xVID, DivX) keine zufriedenstellenden Ergebnisse bei geeigneten Bitraten erzielt haben.

Für die Komprimierung wurde die freie Implementierung des H.264-Codes X.264, die unter Anderem im mencoder enthalten ist, verwendet. Das Videomaterial wurde jeweils mit den folgenden Optionen im mencoder komprimiert:

mencoder -vf lavcdeint,scale=1024:576,dsize=1 -ovc x264 -x264encopts nocabac:bframes=2:frameref=2:bitrate=2500 -oac lavc -lavcopts acodec=mp3:abitrate=160 -o %2 %1

Die horizontale Auflösug des Videos wurde hier von 720 auf 1024 Bildpunkte erhöht. Dieses Upscaling wurde durchgeführt damit die Pixel des Videos wieder quadratisch sind. Eine Angabe des richtigen Seitenverhältnis ist zwar ebenfalls möglich. Leider wird diese Angabe aber nur von wenigen Videoplayern ausgewerten. Damit die Darstellung in jedem Fall im korrekten Seitenverhältnisse erfolgt, wurde das Bild beim Encodieren horizontal auf 1024 Pixel Bildbreite gedehnt.

Windows Media Encoding

Die Videos werden auch im Windows Media Format zur Verfügung gestellt, da die FeM e.V. für ihre Live- und On-Demand-Videostreams dieses Format verwendet. Weiterhin ist dieses Format in der Windows-Welt sehr verbreitet und ermöglich dort ein problemloses Abspielen der Videos, was mit dem h264-Codec leider noch nicht überall der Fall ist.